Abhyanga-Ölmassage
Die Ganzkörpermassage (abhyanga) mit pflanzlichen Ölen ist eine wunderbare Verwöhnbehandlung, die Sie sich so oft als möglich gönnen sollten. Diese einfache Selbstmassage hat viele wohltuende Heilwirkungen: Sie regt den Kreislauf an, beruhigt das Nervensystem und kräftigt die Muskulatur. Zudem werden die inneren Organe über die Reflexzonen in der Haut ausgeglichen und die Hormonproduktion angeregt. Ölmassagen stärken außerdem die Verdauungskraft und schaffen so ein anhaltendes geistiges und körperliches Wohlbefinden. Ihre Haut wird Ihnen regelmäßige Ölbehandlungen besonders danken: Sie wird geschmeidig, bewahrt ihren jugendlichen Tonus, glättet sich und wird vor Sonne, Wind und Umweltbelastungen geschützt.
Welches Öl verwenden?
Zur Massage werden hochwertige Pflanzenöle wie Sesam-, Kokos-, Mandel- oder Jojobaöl verwendet. Welches Öl am besten zu Ihrem Dosha-Typ passt, kann Ihnen ein erfahrener Ayurvedaarzt, Therapeut oder Experte ganz genau sagen. Diese naturreinen Öle müssen vor der Anwendung noch >>gereift<< werden. durch diesen Erhitzungsprozess werden sie leichtflüssiger und können besser von der Haut aufgenommen werden und in die Gewebeschichten, dhatus, eindringen; um die volle Wirkung zu entfalten.
Reifen des Öls
Dazu das Öl in einem Topf langsam auf etwa 110 Grad erhitzen. Kontrollieren Sie den Reifungsvorgang entweder mit einem Küchenthermometer; oder geben Sie zwei bis drei Tropfen Wasser in das noch kalte Öl. bei etwa 100 Grad brutzelt und zerplatzt die Wasserphase des Öls mit eindeutigen Knackgeräuschen: Das Öl ist >>gereift<<.
Gereiftes Öl verliert seine speziellen Wirkungen auch bei längeren Stehen nicht und zieht schneller in die Haut ein. Das Anwärmen des bereits gereiften Öls oder eines Ayurveda-Massageöls geschieht am besten im Wasserbad.
Wie häufig massieren?
Für die empfindliche und zur Trockenheit neigende Vata-Haut ist täglich Abhyanga zu empfehlen, besonders im Winter, Bei Wind und rauem Wetter und in Stresszeiten. Bei wenig Zeit reicht es auch aus, nur Gesicht, Hände und Füße einzuölen. Pitta-Haut bevorzugt das kühlende Kokosöl und wird mit zwei bis drei Ölmassagen pro Woche am besten gepflegt. Kapha-Haut ist von Natur aus ölig und verträgt daher nur gelegentlich eine Ölanwendung. Richten Sie sich bei den Abhyanga-Ölmassagen vor allem nach Ihrem gesunden Empfinden.
So wird´s gemacht:
- Führen Sie das Abhyanga am besten morgens vor dem Duschen oder Baden durch, und lassen Sie sich dafür genügend Zeit. Erwärmen Sie das gereifte Öl auf Körpertemperatur, und setzen Sie sich in einem angenehm temperierten Raum entweder auf einen Hocker oder auf ein Handtuch auf den Fußboden. Es ist zu empfehlen, zuerst den ganzen Körper einzuölen und dann mit der Massage zu beginnen. Verwenden Sie nur so viel Öl, dass Ihre Hände geschmeidig über die Haut gleiten können.
- Beginnen Sie mit der Massage am Kopf. Massieren Sie etwa einen Esslöffel Öl mit den Fingerkuppen in kleinen kreisenden Bewegungen in die Kopfhaut ein.
- Danach folgt die Ohrenmassage. Streichen Sie mit den Fingern sanft die Ohrmuscheln auf und ab. Am besten nehmen Sie die Ohrläppchen zwischen Zeigefinger und Daumen. Die Massage der Ohrenrückseite beruhigt besonders Vata.
- Nun wird das Gesicht behandelt. Streichen Sie zunächst quer über die Stirn, massieren Sie dann mit behutsamen kreisenden Bewegungen die Schläfen- und Wangenpartie. Am Kinn wieder querstreichen, schließlich mit den Mittelfingern seitlich die Nasenflügel auf- und abfahren.
- Jetzt folgen Nacken und Hals. Reiben Sie am Nacken in Richtung Haaransatz, den Hals mehrmals von unten nach oben streichen.
- Die anschließende Armmassage beginnt an der Schulter und endet bei den Fingern. Die Ober-und Unterarmmuskulatur wird mit kräftigen Auf- und Abbewegungen der ganzen Handfläche massiert, Schultergelenk, Ellenbogen und Handgelenk und mit behutsamen Kreisbewegungen. Die Finger werden einzeln umfasst und von der Wurzel bis zum Nagel gestrichen.
- Dann den Brustkorb mit sanften Kreisbewegungen von der Seite zur Mitte massieren, bei Frauen um die Brust herum. Über das Brustbein mit leichtem Druck auf- und abstreichen. Jetzt den Bauch mit der flachen Hand vorsichtig und langsam im Uhrzeigersinn reiben.
- Danach stellen Sie sich hin und massieren Rücken und Gesäß mit kräftigen Auf- und Abwärtstreichungen beider Hände.
- Für die anschließende Beinmassage setzen Sie sich wieder und verfahren ähnlich wie bei den Armen. An den Hüften beginnen und zu den Füßen hin massieren. Die Ober- und Unterschenkelmuskulatur wird mit kräftigen Streichungen der flachen Hände massiert, an den Kniegelenken und Fußknöcheln werden nur sanfte kreisförmige Bewegungen ausgeführt.
- Die Fußmassage bildet den Abschluss des Abhyanga. Kreisen Sie mit den Fingern vorsichtig über die Knöchel, kneten sie dann mit der flachen Hand die Ferse. Danach streichen Sie behutsam die Achillessehne auf und ab und reiben dann mit schnellen, kräftigen Bewegungen über den Fußrücken. Die Zehen und Zehenzwischenräume werden einzeln mit den Fingern massiert. Mit der gleichzeitigen Massage von Fußsohle und -rücken abschließen.
Massagedauer
Für eine Ganzkörpermassage benötigen Sie etwa fünf bis zehn Minuten. Danach sollten Sie noch weitere zehn bis zwanzig Minuten warten, damit das Öl vollständig in die Haut einziehen kann. Nach der Massage empfiehlt sich ein warmes Bad oder eine warme Dusche, um das überschüssige Öl abzuwaschen. Benutzen Sie jedoch nur milde Seife – so bleibt den ganzen Tag ein feiner Schutzfilm auf Ihrer Haut.
Bitte beachten Sie : Frauen sollten während der ersten drei Tage der Menstruation keine Ölmassage durchführen. Für Menschen, die unter fettiger Haut, Übergewicht oder trägem Stoffwechsel leiden, ist eine ayurvedische Trockenmassage besser geeignet (Garshan-Massage).
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