panchatantra
Klaus K. Klostermaier, emerierter Professor des Oxford Centre for vaishnava and hindu studies.
Selbst
Das Selbst, Das in allem verborgen liegt, enthüllt sich nicht jedem. Nur jene, die mit scharfem und konzentriertem Geist lauschen, vermögen es zu erkennen. Wer das erkennt, was ohne Laut, Gestalt, Form ist, unvergänglich, ohne Geruch und Geschmack, ewig, ohne Anfang und ohne Ende, was jenseits aller Erscheinungen liegt, der ist vom Tod befreit. Wenn alle Begierden unseres Herzens zerstört, alle Knoten gelöst sind, dann wird der Sterbliche unsterblich und erreicht die Unendlichkeit hier mit diesem endlichen Körper.
Katha Upanishad, III, 12, IV, 14-15
Das Selbst ist unten, oben, hinten, vorne, rechts und links. Das Selbst im Westen, im Osten, im Süden und im Norden. Wahrlich dieses Selbst ist das ganze Universum.
Chandogya Upanishad, VII, XV, 1
Es gibt keinen größeren Schatz als die Liebe, keinen größeren Reichtum als die Zufriedenheit, kein kostbareres Juwel als einen guten Charakter und kein begehrenswertes Gut als die Gesundheit.
Panchatantra, II
Die Zeit lässt alle Wesen in sich reifen. Doch niemand weiß, worin die Zeit wohl reift.
Mahabharata, XII, 249
Tulsidas nimmt Zuflucht zu Deinen machtvollen Füßen, denn einzig Du bist imstande die Anhaftung zu überwinden.
Tulsidas: mamata tu
Vergilt gute Taten mit Gutem und schlechte mit Schlechtem. Ich kann nichts Schlimmes darin sehen, jemandem zu schaden, der Böses tut.
panchatantra, V
Tritt dem Wütenden mit Sanftmut entgegen, dem Bösen mit Güte, dem Unglücklichen mit Großzügigkeit und dem Lügner mit der Wahrheit.
mahabharata, V, 39
Manchmal erscheint das Wahre falsch und das falsche richtig. Doch die Erscheinungen trügen – denk darüber nach.
panchatantra II
Gib Dich nicht dem Gedanken an Rache hin, bevor du sie nicht üben kannst – die Kichererbse, die beim Rösten in der Pfanne auf und ab springt, zerbricht trotzdem das Eisen nicht.
panchatantra I
Wer sich um Tiere Pflanzen kümmert wie um sich Selbst, wird in den höchsten Himmel eingehen.
subhashitarnava, 16
Strebe nicht nach Rache jenen gegenüber, die dir Böses getan haben. Sie werden früher oder später von selbst fallen wie Bäume an einem vom Fluss umspülten Ufer.
panchatantra, I
Wer verstanden hat, wie alle Dinge dieser Welt zusammenhängen, vergiesst keine Tränen mehr, Denn für den, welcher die Welt mit dem rechten Verständnis betrachtet, gibt es keinen Kummer
Mahabharata, XII, 317
Das Gute ist eine Sache, das Angenehme eine andere. Diese beiden, in ihren Zielen grundverschieden, sind der tiefere Grund unseres Handelns. Zum Heil gereicht es jenen, die das Gute wählen. Wer das Angenehme sucht, verfehlt jedoch sein Ziel. Gutes und Angenehmes bieten sich dem Menschen gleichmaßen dar. Der Weise prüft beide, weiß sie zu unterscheiden, und zieht das Gute dem Angenehmen vor. Nur der Narr, der von Anhaftung und Geiz getrieben wird, wählt das Angenehme.
Katha Upanishad, II, 1-2
Ein heiliger zerbricht an der Lust, ein König an schlechtem Rat, ein Adliger an seinen missratenen Nachkommen, ein Gelehrter an Vernachlässigung seiner Studien. Freundschaften scheitern durch Mangel an Respekt, Liebe durch Abwesenheit. Ein Hof zerfällt wenn er vernachlässigt wird, ein Vermögen wenn man es sorglos ausgibt.
panchatantra, I
Freundschaft schliesse nur mit klugen, aufrechten Menschen. Hüte dich vor jenen, die Scharfsinn mit Falschheit paaren. Aufrechten Narren schenke dein Mitleid. Narrheit und Falschheit aber meide, wo es nur geht.
panchatantra, II
Ein falscher Freund ist wie ein irdener Krug. Er bricht leicht und kann nicht wieder geklebt werden. Ein guter Freund hingegen ist wie ein Gefäß aus Gold. Es geht selten kaputt, und wenn, dann lässt es sich leicht reparieren.
panchatantra, II
Es ist besser, sein Leben zu verlieren als seine Freunde. Das Leben kehrt wieder, die Freundschaft nicht.
panchatantra, II
Der All liebende Vater, der höchste Herr, drängt der Seele seine Gegenwart nicht auf, wenn sie für ihn noch nicht bereit ist. Voll unendlicher Geduld wartet er und beobachtet den Kampf der Seele im samsara. Denn dieser Kampf ist nötig, damit sich alle Gaben der Seele voll entwickeln können.
Lokachary Pillai: tattvatraya
Derjenige, der alles in Brahman sieht und Brahman in allem wahrnimmt, ist ein wahrhaft Vollendeter, der noch zu Lebzeiten Erleuchtung erlangt hat.
mahanirvana tantra, X S.209f.
Wie Wellen, Schaum und Luftblasen nicht vom Wasser verschieden sind, so ist das Universum, das aus dem Selbst entsteht, nicht verschieden von diesem.
ashtavakra Samhita, II 4
Brahman ist der Atem des Lebens, Brahman ist Freude, Brahman ist das Himmelsgewölbe.
Chandogya Upanishad IV, X, 4
Intellektuelles Wissen ist nicht alles. Da unser Intellekt nicht mehr ist als ein Instrument, also nur ein Teil von uns, kann er uns Informationen geben über alles, was geteilt, analysiert und Stück für Stück klassifiziert werden kann. Doch Brahman ist vollkommen, und Wissen über Brahmnan kann niemals bruchstückhaft sein. Er kann erfahren werden wie Freude oder Liebe. Denn Freude ist vollkommenes Wissen, sie wird mit dem ganzen Wesen erfahren. Der Intellekt trennt uns von den Dingen. Die Liebe aber verbindet uns mit ihnen. Diese Art des Wissens ist unmittelbar und lässt keinen Zweifel zu. Es gieschiet auf dieselbe Art wie die Erkenntnis unser selbst, nur viel umfassender.
Rabindrahnath Tagre: Sadhana, S.159
Behandle deinen Sohn fünf Jahre lang wie einen Prinzen, dann zehn Jahre lang wie einen Sklaven. Von seinem 16. Lebensjahr an sei zu ihm wie ein Freund.
Volksmund
Lass Alles hinter dir und denke: Ich bin Brahman. Meine Natur ist satchidananda. – Und lass auch das los …….
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